Manchmal können Menschen, die sich zum Teil gar nicht persönlich kennen, dazu beitragen, dass Wunder geschehen. Im fernen Tansania, am Fuße des Kilimandscharo lebt in Moshi Minaeli Joanna. Sie ist Waise, schwerstbehindert, hat keine Füße und Hände, Fortbewegen ohne fremde Hilfe war ihr unmöglich.
Ein Schicksal, das zu Herzen geht. Alexa Krämer aus Gerolstein setzte einen Hebel in Bewegung mit großen Auswirkungen. Gerne berichtet sie :
Wie sind Ihre Verbindungen zu Tansania?
Alexa Krämer: „Die Pfarrei Gerolstein verbindet seit mehr als 25 Jahren eine Partnerschaft mit Moshi in Tansania. Pastor Rudi Müller und Berta Breloer hatten Pfarrer Müssenich gefragt, ob Pater Benedikt aus Tansania Urlaubsvertretung für ihn machen könnte. Im Jahre 2000 wurde damit Grundstein für eine Partnerschaft gelegt. Pater Benedikt starb 2010 in Neuwied und ab 2011 kam Father Aloyce als Vertreter unseres Pfarrers Pius Krämer nach Gerolstein“.
Wie haben Sie Pater Aloyce kennen gelernt?
Krämer: „ In Gottesdiensten lernte ich Father Aloyce kennen. Er ist für fünf Krankenhäuser und das ‚Rainbow Centre‘, heute Kilimanjaro Vulnerable Centre Foundation, das sich um Waisen und Kinder mit Behinderungen kümmert, zuständig. Die gemeinsamen Freunde Peter und Regina Lerch hatten mir bereits viel von ihrer Reise nach Tansania erzählt. Für mich stand fest, da möchte ich hin. Seit der ersten Reise nach Tansania brennt mein Herz für Land und Menschen dort und mein Mann und ich haben eine Patenschaft für einen Waisen übernommen. In unserer Pfarrei unterstützen einige Menschen die dortigen Waisen als Paten.“
Was hat Sie besonders ergriffen?
„Das wunderschöne Land, die Freundlichkeit und Dankbarkeit der Menschen. Erschreckt hat mich der Aberglaube, unter dem Menschen mit Albinismus und Behinderungen schrecklich zu leiden haben. Dem Verstecken, Aussetzen und sogar Töten der Schutzbedürftigen wird heute durch Hilfsorganisationen gegengesteuert.“
Was wissen Sie über das berührende Schicksal von Minaeli und ihre Situation?
Krämer: „Minaeli Joanna. Sie ist Waise, schwerstbehindert, hat keine Füße und Hände, Fortbewegen ohne fremde Hilfe war ihr unmöglich. Sie hat Ehepaar Schlüter aus Hillesheim als Paten. Die Überlegung stand im Raum, ob ihr durch Prothesen geholfen werden könne. Leider war dies aufgrund der Schwere der Behinderung nicht lösbar. Allein ein Spezial-Elektrorollstuhl, der auch ohne Hände bedient werden kann, bietet die Möglichkeit auf eine eigenständige Fortbewegung ohne Hilfe.“
Wer hat den Rollstuhl vermittelt?
Krämer: „So einen speziell angefertigten Rollstuhl zu bekommen, schien unerschwinglich kostspielig. Ich habe mich dann an die Hilfsorganisation Eifellicht gewendet. ‚Direkthilfe, die ankommt‘ ist ihr Slogan und der Verein hilft nicht nur in der Region, sondern auch in ferne Länder. Vorsitzender H.P. Thiel versprach alle Kontakte seines Netzwerkes zu bemühen, um zu helfen.“
H.P. Thiel: „In Troisdorf gibt es einen Inklusionsverein ‚Together behindert - Na und!‘ der sich für ein selbstverständliches Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen einsetzt. Der Vorsitzende Paul Ittenbach hatte von unseren Eifellicht-Hilfsanfragen gehört und sich bei mir gemeldet.“
Paul Ittenbach: „Ich sitze selbst nach einem Unfall im Rollstuhl und habe keine Lust nur zuzuschauen. Ich möchte etwas verändern. Tatsächlich konnte ich mit einem passgenauen, fast neuen Fahrzeug aus dem Bestand unseres Vereines helfen. Mit einem zweiten Elektro-Rollstuhl konnten wir durch Eifellicht eine weitere, in Hamburg wohnhafte Person unterstützen.“
Welche Anforderungen waren zu bewältigen, bis er die lange Reise bis zum Ziel geschafft hat?
Alexa Krämer: „Ich bin tief beeindruckt, wie es dann weiterging. Im Eifellicht-Hilfsgüterdepot konnte ich den Elektro-Rollstuhl in Augenschein nehmen. Danach lief alles wie am Schnürchen. Die Firma Feluwa in Mürlenbach spendete eine Transport-Box, mit der sie sonst wertvolle Pumpen nach Übersee versendet. Eifellicht sorgte für den Transport von Gerolstein mithilfe Mwanza e.V. Würzburg zum Seeweg von Rotterdam im Container nach Dareslam. Von dort ging es weiter auf dem Landweg durch die Hilfsorganisation Mwanza in das über tausend Kilometer entfernte Moshi.
Wie ist die Übergabe verlaufen?
Krämer: „Nach über 6 Monaten ist die Feluwa-Kiste mit dem Rollstuhl – zum Teil über abenteuerliche Strecken - in der Sankt Pamachius-Schule angekommen. Der Rollstuhl wurde von Technikern als fahrbereit überprüft und in einem feierlichen Festakt an Minaeli übergeben. Ihr Strahlen und die glücklichen Augen auf den Fotos sprechen Bände. Durch den Rollstuhl kann sie sich zum ersten Mal in ihrem Leben frei bewegen - ganz ohne ständige Hilfe von Schulkameraden. Man kann erahnen, was diese Selbständigkeit für Minaelis bedeutet. Start in ein neues Leben.“
Wie sind Ihre persönlichen Pläne?
Krämer: „Father Aloyce kommt im Juli nach Gerolstein. Dann feiern wir gemeinsam Gottesdienst. Wir hoffen, dass es klappt, denn auch wenn Tansania vom Ebola-Virus nicht betroffen und sehr weit von der Demokratischen Republik Kongo entfernt ist, machen wir uns Sorgen, ob für ihn und uns weiterhin diese Reisen möglich sind. Die Tansania-Hilfe der Pfarrei Gerolstein und auch die Hilfsprojekte von Eifellicht e.V. werde ich weiter unterstützen. Ohne Spenden wären dieses und auch andere Projekte nicht möglich. Man kann nicht die ganze Welt retten, aber bei manchem Schicksal doch helfen.“
Bilderstrecke: Die Stationen der Rollstuhl-Reise und Situation in Tansania
Infobox:
In Tansania haben Menschen mit Behinderung – vor allem Mädchen und junge Frauen- große Schwierigkeiten in Bildung, Gesundheit und sozialer Teilhabe. Sie haben wenig Zugang zu spezieller medizinischer Versorgung. Viele können nicht zur Schule gehen oder brechen früh ab.
Aufgaben der Priester in der Pamachius Inclusive Secondary SchooL:
Pater Aloyce: Er sucht Sponsoren, die beim Bau der Schule helfen und Schulgebühren für Waisen und Kinder mit Behinderungen übernehmen.
Pater Patrick Asanterabi: Er arbeitet als Schulleiter besonders mit Kindern, die taubstumm sind.
Spenden sind jederzeit willkommen. Für dieses Projekt direkt über das Konto der Pfarrei Gerolstein –
Auch für die Hilfsorganisation Eifellicht zählt jeder Euro, jede Unterstützung und jede helfende Hand, die mit anpackt. Infos über www.eifellicht.de























