Sehr geehrter Herr Bundesverkehrsminister Schnieder,
sehr geehrter Herr Innenminister Schwickert,
sehr geehrter Herr von Landenberg,
meine Damen und Herren,
als neuer Stadtbürgermeister ist heute der Höhepunkt nach schon bewegenden Ereignissen der letzten Wochen. Nach dem Spatenstich für den LBM Neubau und der Eröffnung des Sternparks am letzten Donnerstag zeigt der heutige Spatenstich sehr deutlich, dass Gerolstein sich verändert oder nach einem früheren Fußball WM Motto: „Zeit in der sich was dreht“
Nach den Grußworten und fachlichen Einordnungen ist es mir als Stadtbürgermeister ein Anliegen, zum Schluss den Blick noch einmal zusammenzuführen: Was bedeutet dieser Spatenstich heute – und was bedeutet er für Gerolstein in den kommenden Jahren?
Die neue Hochbrücke ist nicht irgendein Projekt. Sie ist das größte und wichtigste Bauvorhaben, das wir in Gerolstein seit Jahrzehnten angehen. Und sie trifft einen Nerv: Denn Gerolstein ist verkehrstechnisch ein Knotenpunkt – für Bürgerinnen und Bürger, für Pendler, für den Handel, für Gäste und für die ganze Region.
Wenn man ehrlich ist: Was wir hier erleben, ist eine Art „Operation am offenen Herzen“ unserer Stadt – und damit komme ich zu einem Vergleich, der mir beim Nachdenken über dieses Projekt immer wieder kommt: Es ist ein bisschen wie eine Herztransplantation.
Bei einer Herztransplantation muss alles perfekt vorbereitet sein. Es braucht Spezialisten, einen klaren Plan, und vor allem gilt: Während der Eingriff läuft, muss der Organismus weiter versorgt werden. Nichts darf „abgeschnitten“ werden, was lebenswichtig ist.
Genau das ist auch der Maßstab für diese Bauphase: Gerolstein muss erreichbar bleiben. Unser Alltag muss weiter funktionieren. Und unsere Unternehmen – besonders die Geschäfte auf beiden Seiten der Kyll – brauchen Verlässlichkeit, Geduld und einen langen Atem.
Umso wichtiger ist der Bauablauf, der hier gewählt wurde: Die alte Hochbrücke wird erst im März 2027 abgerissen. Das ist klug geplant, weil wir dadurch in der aktuellen Phase viel besser durch diese Zeit kommen und Erreichbarkeit so lange wie möglich sichern können.
Gleichzeitig ist die Hochbrücke kein Einzelprojekt – sie ist Teil eines größeren Modernisierungsschubs, der Gerolstein insgesamt nach vorn bringt: Der neue zentrale Omnibusbahnhof soll in der zweiten Jahreshälfte fertig werden, und auch die Elektrifizierung der Bahnstrecke ist ein entscheidender Schritt, um unsere Anbindung und die Attraktivität des Standortes weiter zu stärken. Das alles zusammen zeigt: Hier entsteht nicht nur eine Brücke – hier entsteht Zukunft.
Natürlich: Es wird Phasen geben, die nerven. Es wird Umwege geben. Es wird Tage geben, an denen man sich fragt, wann es endlich leichter wird. Und genau deshalb möchte ich heute ausdrücklich Danke sagen:
- an die Planerinnen und Planer,
- an den LBM und alle beteiligten Behörden,
- an die ausführenden Firmen und Beschäftigten,
Ganz besonders Danke ich aber den Menschen in Gerolstein, die diese Zeit mittragen – Anwohner, Pendler,
Die Geschäfte in der Innenstadt und Sarresdorf und alle anderen Gewerbetreibenden. Dadurch, dass ihr dieses Großprojekt mit einer positiven Kommunikation begleitet, wird auch diese herausfordernde Phase für Gerolstein deutlich erträglicher.
Wenn man den Vergleich der Herztransplantation zu Ende denkt, dann gehört auch das dazu: Nach der Operation ist vieles besser als vorher. Leistungsfähiger. Belastbarer. Und zukunftsfähig.
Ich denke gern noch an die Zeit zurück, in der ich als Kind oder Jugendlicher über die Brücke gegangen bin, Sie war damals schon die Hauptader, aber mit deutlich weniger Verkehr. Und wenn ich es richtig weiß, dann ist dies eine der beiden letzten Brücken aus dieser Bauzeit die noch in Betrieb ist. Und ich bin froh, dass dieses Projekt nun gut geplant und durchorganisiert auf die Zielgerade geht. Ich habe immer gesagt, dass Schlimmste was uns passieren kann ist, dass ein Gutachter sich dir Brücke von unten anschaut und sagt, da fährt ab Morgen keiner mehr drüber. Eine Situation wie sie jetzt bei der Bonner Autobahnbrücke eingetreten ist.
Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir in zweieinhalb Jahren auf eine neue Hochbrücke schauen werden – und sagen können: Die Anstrengung hat sich gelohnt. Gerolstein hat das gemeinsam geschafft. Und Gerolstein geht einer guten, ja einer goldenen Zukunft entgegen.






































