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Widerstandskämpferin Marcelle Dorr

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    neue Gedenktafel beim Heimatmuseum

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    Gäste bei der Einweihung am Sonntag 01.September 2019

Grußworte am 01.September 2019

Grußwort Astrid Schmitt, Landtagsabgeordnete und Vizepräsidentin, anlässlich der feierlichen Enthüllung von Gedenktafeln am 01. September 2019 in Gerolstein

Die Überwindung von Nationalismus und Rassismus, von Hass und Intoleranz, von Unterdrückung und Verfolgung braucht Mut.

 

Marcelle Dorr war eine tapfere, eine mutige Frau. Sie hat Partei ergriffen für die Opfer, für die Gepeinigten. Für diejenigen, die wegen ihrer Religion, ihrer Ethnie, wegen ihrer Überzeugung oder schlicht aus Willkür verhaftet, gequält oder getötet wurden. Sie hat in der dunkelsten Zeit Menschlichkeit bewiesen und Widerstand geleistet. Und sie hat dies mit ihrem Leben bezahlt. Wie weitere 64 namentlich bekannte Zwangsarbeiter und politische Kriegsgefangene, die Opfer der in ihrer Brutalität und Menschenverachtung unvergleichbaren NS-Diktatur geworden sind.

 

Daran erinnern die Gedenktafeln. Sie erinnern daran, das Leid der Opfer des Nationalsozialismus niemals zu vergessen und alles zu tun, damit Hass und Hetze unsere Gesellschaft nicht vergiften und unser Land zerstören.

 

Daher gilt mein großer Dank dem Arbeitskreis „Gedenkstein Marcelle Dorr“. Denn die Erinnerung lebt davon, dass es Menschen gibt, die die Namen und Lebenswege von Opfern sichtbar machen und so verhindern, dass  mit der Person auch die Erinnerung an sie ausgelöscht wird.

 

Denn die Erinnerung und das Wissen um die Vergangenheit ist eine unumstößliche Verpflichtung für jeden Demokraten, seine Stimme gegen jegliche Ansätze und Formen von Ausgrenzung, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu erheben und danach zu handeln. Jeder und jede trägt Verantwortung dafür, dass menschenfeindliches Gedankengut keinen Nährboden findet.

 

Wer sich mit der deutschen Vergangenheit beschäftigt, lernt schnell, wohin es führt, wenn Demokratie und Toleranz  verächtlich gemacht werden. Wenn ewig Gestrige versuchen, das Gestrige ewig zu machen und Nationalismus und Fremdenhass das Wort reden.

 

Die Erinnerung wachzuhalten bedeutet, Verantwortung für die Demokratie zu übernehmen. Denn die Werte unserer Demokratie fallen nicht vom Himmel. Sie

müssen immer wieder neu erlernt und verteidigt werden.
 

Marcelle Dorr und viel andere  haben einen ungeheuren Mut bewiesen und diesen mit dem Leben bezahlt. Glücklicherweise leben wir in einer Gesellschaft, in der es dieser Art Mut nicht bedarf. Aber das sollte uns nicht zu Mutlosigkeit oder Gleichgültigkeit führen. Wir brauchen den alltäglichen Mut, diffamierender Propaganda und rassistischen Sprüchen zu widersprechen. Auch Frieden braucht Mut.

 

Denn „Frieden ist nicht alles, aber alles ist ohne Frieden nichts“, um ein Wort von Willy Brandt, auch einem Widerstandskämpfer, aufzugreifen. Ja, auch der Frieden braucht Mut – aber der Mut lohnt sich, denn er schafft die Grundlage für ein menschliches und menschenwürdiges Leben.

 

Das sind wir Marcelle Dorr und allen Opfern schuldig: An Tagen wie heute und an allen 364 anderen Tagen im Jahr.

Gemeinsames Grußwort zur feierlichen Präsentation des Gedenksteins für die Widerstandskämpferin Marcelle Dorr am 1. September 2019

„Wir können aus der Erde keinen Himmel machen, aber jeder von uns kann etwas tun, dass sie nicht zur Hölle wird.“

 

Der Satz stammt von Fritz Bauer, der als hessischer Generalstaatsanwalt den Auschwitz-Prozess vorbereitete. Dieser Prozess, der 1963 begann, stellte eine erste Auseinandersetzung der bundesrepublikanischen Justiz und Öffentlichkeit mit den nationalsozialistischen Verbrechen dar.

Eine, die nicht hinnehmen wollte, dass die Erde zur Hölle wird – und die dafür selbst durch die Hölle gehen musste – war Marcelle Dorr. Heute reichen sich hier in Gerolstein Deutsche und Franzosen die Hand. Sie gedenken und verneigen sich vor einer Frau, deren Widerstand nicht in Vergessenheit geraten darf.

 

Marcelle Dorrs bitterer Weg steht einerseits für die brutale Verfolgung durch eine menschenverachtende Ideologie und Unrechtsdiktatur. Andererseits steht ihr Widerstand auch für den großartigen Mut Einzelner zu Mitmenschlichkeit und Zivilcourage.

 

Meinen Respekt zolle ich den Verantwortlichen der Stadt Gerolstein und den Mitgliedern des Arbeitskreises „Gedenkstein Marcelle Dorr“, die genau acht Jahrzehnte nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges an diese französische Widerstandskämpferin erinnern.

 

Sie tun dies mit einer ihr gewidmeten Bronzetafel auf einem Gedenkstein, der zum Gedenken an diese mutige Frau mahnt. Auf einer Informationstafel wird zudem auch 64 weiteren, ausländischen Kriegstoten von Gerolstein gedacht.

 

Wir wissen, dass Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, Frieden und Freiheit, aber auch die christlichen Werte keine Selbstverständlichkeiten sind. Für ihren Erhalt müssen wir täglich kämpfen. Als Politiker und auch als ganz normale Bürger.

 

Es war und ist auch heute eine bleibende Aufgabe, zu verhindern, dass die Erde zur Hölle wird.

Grußwort Nancy [Französich & Deutsch]

Discours de Josiane Kohan, conseillère municipale de la Ville de Nancy

représentant Laurent Hénart, Maire de Nancy

 

Josiane Kohan sera accompagnée par Franck Porterat,

directeur du Service Mémoire, Intégration et Droits de l’Homme a la Ville de Nancy

 

Objet : Cérémonie avec inauguration de plaque en l'honneur de la Résistante Marcelle Dorr, organisée à Gerolstein, ville allemande où elle a été déportée et où elle est décédée.

 

Discours (sous réserve de modifications) :

Monsieur le Maire de Gerolstein, cher Uwe Schneider,

Mesdames et Messieurs les élus en vos grades et qualités,

Chère Madame Thea Merkelbach initiatrice de cette belle journée mémorielle,

Mesdames et Messieurs les membres du groupe de travail « Pierre commémorative Marcelle Dorr »

 

Mesdames et Messieurs,

Je vous prie d’excuser Laurent Hénart, Maire de Nancy, Ancien Ministre, qui n’a pu se joindre à nous aujourd’hui. Il me charge de vous transmettre ses plus sincères amitiés.

 

Bitte entschuldigen Sie Laurent Hénart, Bürgermeister von Nancy, ehemaliger Minister, der heute nicht zu uns kommen konnte. Er bittet mich, ihnen seine freundlichsten Grüße zu übermitteln.

 

Avec Franck Porterat, Directeur du Service Mémoire, Intégration et Droits de l’Homme, qui m’accompagne, nous vous remercions chaleureusement pour votre invitation et votre accueil.

 

Mit Franck Porterat, Direktor der Abteilung Erinnerung, Integration und Menschenrechte, der mich begleitet, bedanken wir uns Ihnen herzlich für Ihre Einladung und Ihren Empfang.

 

Lors de la seconde guerre mondiale, plusieurs centaines de Nancéiens ont été capturés et emprisonnés dans des camps et nombreux sont ceux qui ne sont jamais revenus.

 

Während des Zweiten Weltkriegs wurden mehrere hundert Bewohner von Nancy verhaftet und in Lagern gefangen genommen, und viele kehrten nie zurück.

 

Depuis 1954, chaque fin avril, une journée nationale du souvenir des héros et des victimes de la déportation célèbre à Nancy, comme partout en France, la mémoire de toutes celles et de tous ceux qui ont disparus dans des camps de concentration nazis pendant la seconde guerre mondiale. Elle oblige un nécessaire travail de mémoire pour ne pas oublier les atrocités perpétrées contre tous les déportés sans distinction et rend ainsi hommage à leur sacrifice. Je pense à  la communauté juive de Nancy, dont plus de 1 000 membres, hommes, femmes, enfants, ne sont jamais rentrés  des Camps de la Mort, aux jeunes Nancéiens (étudiants et ouvriers) ayant l’âge requis pour le service du travail obligatoire dirigés vers le camp d’internement de Royallieu, à Compiègne, puis vers le camp de concentration de Mauthausen en Autriche, d’où 56 d’entre eux ne reviendront pas, ou encore de Résistants arrêtés et déportés comme le fut Marcelle Dorr.

Seit 1954, jedes Jahr Ende April, feiert ein nationaler Gedenktag die Helden und Opfer der Deportation in Nancy, wie überall in Frankreich, das Gedenken an all jene, die während des Zweiten Weltkriegs in den Konzentrationslagern der Nazis verschwunden sind. Es bedarf einer notwendigen Gedenkarbeit, um die Gräueltaten an allen Deportierten nicht zu vergessen, die ohne Unterschied begangen wurden, und würdigt damit ihr Opfer. Ich denke an die jüdische Gemeinde in Nancy, deren mehr als 1.000 Mitglieder, Männer, Frauen und Kinder, nie aus den Todeslagern zurückgekehrt sind, an die jungen Bewohner  von Nancy (Studenten und Arbeiter), die für den Pflichtarbeitsdienst in Richtung des Internierungslagers Royallieu in Compiègne, dann in Richtung des Konzentrationslagers Mauthausen in Österreich, von wo aus 56 von ihnen nicht zurückkehrten, oder an die Widerstandskämpfer, die wie Marcelle Dorr verhaftet und abgeschoben wurden.

 

Marcelle Dorr… Résistante, elle mit en place, dès 1940, avec son mari Raoul Dorr et André Cajelot, une filière d’évasion de prisonniers de guerre qu’elle hébergeait et ravitaillait. Arrêtée le 11 juin 1941, elle est condamnée à mort par un tribunal militaire allemand le 4 août 1941 ; bien que graciée, elle est transférée ici, en Allemagne, pour des travaux forcés à perpétuité. Elle meurt d’épuisement le 19 novembre 1943. Aujourd’hui Marcelle Dorr repose au Cimetière du Sud à Nancy.

 

Marcelle Dorr.... Widerstandskämpferin, gründete schon 1940 mit ihrem Mann Raoul Dorr und André Cajelot einen Netzwerk für die Flucht von Kriegsgefangene, die sie beherbergte und versorgte. Sie wurde am 11. Juni 1941 verhaftet und am 4. August 1941 wurde sie von einem deutschen Militärgericht zum Tode verurteilt; obwohl sie begnadigt wurde, wurde sie hierher nach Deutschland versetzt, um Zwangsarbeit auf Lebenszeit zu leisten. Sie starb am 19. November 1943 an Erschöpfung. Heute ruht Marcelle Dorr auf dem Friedhof im Süden von Nancy.

 

Les tragédies de la Seconde Guerre Mondiale, la Shoah, les différents groupes de victimes du nazisme (handicapés, homosexuels, témoins de Jéhovah, résistants, politiques, droits communs entre autres), la mémoire des Justes, le génocide des tsiganes, comme toutes les tragédies qui ont ébranlé notre dernier siècle d’Histoire ; le génocide arménien en 1915, celui des tutsi en 1994, mais aussi le génocide des Yezidis il y a encore quelques mois, nous rappellent à quel point le travail de mémoire est essentiel.

 

Die Tragödien des Zweiten Weltkriegs, die Shoah, die verschiedenen Gruppen von Opfern des Nationalsozialismus (Behinderte, Homosexuelle, Zeugen Jehovas, Widerstandskämpfer, politische und nicht politische Gefangene, usw.), die Erinnerung an die Gerechten, der Völkermord an den Zigeunern, wie alle Tragödien, die unser letztes Jahrhundert der Geschichte erschüttert haben, der Völkermord an den Armeniern im Jahr 1915, der Völkermord von Tutsi im Jahr 1994, aber auch der Völkermord an den Jesiden vor einigen Monaten, erinnern uns daran, wie wichtig die Arbeit der Erinnerung ist.

 

C’est pour cela que Nancy a fait le choix d’honorer la mémoire de Marcelle Dorr en dénommant un espace public par son nom. Commémorer les Héros d’hier, c’est un acte mémoriel, c’est un acte d’engagement, c’est un acte de résistance, c’est un acte politique, c’est un acte citoyen, c’est un acte humaniste nécessaire aujourd’hui !

 

Deshalb entschied sich Nancy, das Andenken an Marcelle Dorr zu ehren, indem sie einen öffentlichen Raum nach ihr benannte. Das Gedenken an die Helden von gestern ist ein denkwürdiger Akt, es ist ein Akt der Verpflichtung, es ist ein Akt des Widerstands, es ist ein politischer Akt, es ist ein bürgerlicher Akt, es ist ein notwendiger humanistischer Akt heute!

 

L’histoire nous rapproche souvent, hélas, de l’actualité. L’actualité récente de crimes de haine terroristes, xénophobes, antisémites ou homophobes nous rappellent à quel point toutes les manifestations portant sur le devoir de mémoire participent à la formation d’esprits éclairés, de citoyens responsables, tolérants et ouverts à autrui.

 

Leider bringt uns die Geschichte oft den aktuellen Ereignissen näher. Die jüngsten Ereignisse über terroristische, fremdenfeindliche, antisemitische oder homophobe Hassverbrechen erinnern uns daran, dass alle Erscheinungsformen eine Pflicht zur Erinnerung sind. Die Erinnerung ist ein  Beitrag zur Bildung eines aufgeklärten Geistes der verantwortungsbewusst, tolerant und offen für andere ist..

 

Par la culture historique et sociologique qu’il implique, le travail de mémoire témoigne à tous les habitants, la reconnaissance des évènements, des drames passés, et le respect de la diversité des parcours de vie.

Durch die damit verbundene historische und soziologische Kultur zeugt die Erinnerungsarbeit von allen Bewohnern, von der Anerkennung von Ereignissen, vergangenen Tragödien und der Achtung vor der Vielfalt der Lebenswege.

die Erinnerungsarbeit zeigt allen Bewohnern, durch die damit verbundene historische und soziologische Kultur, Anerkennung vergangener Ereignisse und Tragödien und  Achtung vor der Vielfalt der Lebensläufe.

 

Je voudrais rappeler qu’en France, 11 juifs ont été tués parce que juifs ces 12 dernières années… Il s’agit d’un cas unique en Europe depuis la fin de la Seconde Guerre Mondiale. C’est aussi un constat effrayant, symbole d’un nouvel antisémitisme dans notre pays. Je pourrais vous parler des stéréotypes dont les roms et bien d’autres catégories de citoyens  sont victimes. Je pourrais aussi évoquer la recrudescence d’actes homophobes ; ce fut encore le cas il y a une semaine à Nancy et il y a deux jours seulement à Paris.

 

Ich möchte Sie daran erinnern, dass in Frankreich in den letzten 12 Jahren, 11 Juden getötet wurden, nur weil sie Juden sind. Dies ist ein einzigartiger Fall in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Es ist auch eine beängstigende Beobachtung, ein Symbol für einen neuen Antisemitismus in unserem Land. Ich könnte mit Ihnen über die Stereotypen der Roma und vieler anderer Kategorien von Bürgern sprechen. Ich könnte auch die Zunahme homophober Handlungen erwähnen; dies war vor einer Woche in Nancy und erst vor zwei Tagen in Paris der Fall.

 

On le voit, la haine continue d’irriguer les territoires comme les réseaux sociaux. Ces événements tragiques voient cependant s’ériger une forme de résistance face à l’innommable.  Nous sommes des résistants face à la haine !

 

Wie wir sehen können, durchdringt der Hass weiterhin sowohl ganze Gebiete als auch soziale Netzwerke. Diese tragischen Ereignisse haben jedoch zu einer Art Widerstand gegen das Unsagbare geführt. Wir sind Widerstandskämpfer gegen den Hass!

 

Nancy est une ville reconnue pour son ouverture sur le monde, sa fidélité aux valeurs humanistes et sa démarche volontariste dans les domaines des Droits de l’Homme, de l’Intégration, de la lutte contre les discriminations et de la mémoire.

 

Nancy ist bekannt für ihre Offenheit gegenüber der Welt, ihre Treue zu humanistischen Werten und ihren proaktiven Ansatz in den Bereichen Menschenrechte, Integration, Kampf gegen Diskriminierung und Erinnerung.

 

Face à ceux qui tentent de nous défier, je tiens à rappeler l’attachement à la liberté d’opinion et de conscience. Fidèle aux valeurs humanistes et au combat pour la tolérance, notre Maire, Laurent Hénart, appelle à l’unité autour des valeurs de respect et de tolérance, qui permettent à chacun de vivre librement, protégé des excès et des obscurantismes.

 

Angesichts derjenigen, die versuchen, uns herauszufordern, möchte ich das Bekenntnis zur Meinungs- und Gewissensfreiheit bekräftigen. Getreu den humanistischen Werten und dem Kampf für Toleranz, ruft unser Bürgermeister Laurent Hénart zum Repekt und Toleranz auf, Werte die es jedem ermöglichen, frei zu leben, geschützt vor Exzessen und Obskurantismus.  

 

La haine, quelle que soit sa forme, ne trouvera jamais sa place à Nancy, jamais sa place à Gerolstein, jamais sa place en Europe.

 

Hass, in welcher Form auch immer, wird in Nancy nie seinen Platz finden, nie seinen Platz in Gerolstein, nie seinen Platz in Europa.

 

Nous devons penser l’avenir ensemble, créer les conditions d’un futur apaisé qui nous rassemble. Simone Veil écrivait : « L’avenir ne nous apporte rien, ne nous donne rien ; c’est nous qui, pour le construire, devons tout lui donner, lui donner notre vie elle-même ». Simone Veil… Elle qui a vécu l’horreur des camps d’extermination, elle qui a perdu presque toute sa famille dans l’ignominie de la Shoah, elle qui a tout donné pour se trouver un avenir, elle qui a donné sa vie pour donner du sens à la notre. Simone Veil est un exemple. L’inauguration récente, d’une des plus importantes places de Nancy à son nom, devant la gare, participe aussi de notre ambition de transmettre la mémoire.

 

Wir müssen gemeinsam über die Zukunft nachdenken, die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft schaffen, die uns zusammenbringt. Simone Veil schrieb: "Die Zukunft bringt uns nichts, gibt uns nichts; wir sind es, die, um sie zu bauen, ihr alles geben müssen, ihr unser Leben selbst geben müssen". Simone Veil.... Sie, die den Schrecken der Vernichtungslager durchlebte, sie, die fast ihre ganze Familie in der Schande der Shoah verlor, sie, die alles gab, um eine Zukunft für sich selbst zu finden, sie, die ihr Leben gab, um unserem Leben einen Sinn zu geben. Simone Veil ist Beispielhaft. Die jüngste Einweihung eines der wichtigsten Plätze Nancys, vor dem Bahnhof, mit ihrem Namen, spiegelt auch unseren Anspruch wider, die Erinnerung weiterzugeben.

 

Quelques mois après des élections européennes qui ont montré que les peuples européens avaient la volonté de contenir la montée des nationalismes, je porte l’espoir d’une Europe politique forte capable de jouer tout son rôle au sein d’une diplomatie internationale et multilatérale, capable de maintenir la paix, capable de résister à tous les mouvements de haine.

 

Wenige Monate nach den Europawahlen, die gezeigt haben, dass die europäischen Völker den Willen hatten, den Aufstieg des Nationalismus einzudämmen, hoffe ich auf ein starkes politisches Europa, das in der Lage ist, seine volle Rolle in der internationalen und multilateralen Diplomatie zu spielen, das in der Lage ist, den Frieden zu wahren und allen Hassbewegungen zu widerstehen.  

 

La Ville de Nancy, consciente de l’importance d’une ouverture au monde pour le développement de son territoire, forte des liens de jumelage développés depuis plus d’un demi siècle avec différents territoires européens et hors Europe, sensible au caractère mondialisé des enjeux liés à la transition écologique, Nancy continue à amplifier et à intensifier de façon significative ces dernières années son action internationale.

 

Die Stadt Nancy ist sich der Bedeutung der Öffnung zur Welt für die Entwicklung ihres Territoriums bewusst, verstärkt durch die seit mehr als einem halben Jahrhundert bestehenden Partnerschaften mit verschiedenen europäischen und außereuropäischen Gebieten. Nancy ist sich der globalen Natur der mit dem ökologischen Wandel verbundenen Herausforderungen bewusst und hat  ihre internationalen Aktivitäten in den letzten Jahren weiter deutlich verstärkt und intensiviert.   

 

Précurseur parmi les collectivités françaises en matière de coopération avec une ville allemande dont l’acte fondateur a été établi 10 ans seulement après la Seconde Guerre mondiale, Nancy est jumelée avec la Ville de Karlsruhe depuis 1955.

 

Als Pionier unter den französischen Kommunen in Bezug auf die Zusammenarbeit mit einer deutschen Stadt, ist Nancy seit 1955 eine Partnerschaft mit der Stadt Karlsruhe eingegangen, deren Gründungsakt nur 10 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg unterschrieben wurde,

 

Notre coopération concerne pratiquement l’ensemble des champs de compétence d’une ville (jeunesse, enseignement, urbanisme, cadre de vie, culture, sports, développement local, santé …) et implique de nombreux acteurs socio-économiques (universités et grandes écoles, ambassades, corps consulaire, chambres consulaires et agences économiques et de développement, associations, écoles et autres établissements scolaires et de formation, etc.).

 

Unsere Zusammenarbeit betrifft praktisch alle Kompetenzbereiche einer Stadt (Jugend, Bildung, Stadtplanung, Lebensumfeld, Kultur, Sport, lokale Entwicklung, Gesundheit usw.) und bezieht viele sozioökonomische Akteure (Universitäten und Hochschulen, Botschaften, verschieden Konsulate, Wirtschafts- und Entwicklungsagenturen, Verbände, Schulen und andere Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen usw.) ein.

 

C’est un lien d’amitié fort et indéfectible qui unie nos deux villes, qui unie la France à l’Allemagne.

C’est cette amitié qui nous rassemble aujourd’hui à Gerolstein et que nous avons le devoir de faire vivre pour toujours.

 

Es ist eine starke und unerschütterliche Freundschaft, die unsere beiden Städte vereint, die Frankreich und Deutschland vereint.

Es ist diese Freundschaft, die uns heute in Gerolstein zusammenbringt und dass wir die Pflicht haben, für immer am Leben zu erhalten.

 

Merci une nouvelle fois chers amis de mettre à l’honneur Marcelle Dorr. Nous vous convions dès-à-présent à Nancy, en 2020, pour vous recueillir à nos côtés en sa mémoire, et découvrir notre belle ville de Nancy.

 

Nochmals vielen Dank, liebe Freunde, dass Sie Marcelle Dorr geehrt haben. Wir laden Sie im Jahr 2020 nach Nancy ein, um mit uns gemeinsam an sie zu denken und unsere schöne Stadt Nancy zu entdecken.

Feier zur Enthüllung der Gedenktafel für Marcelle Dorr

Am Sonntag, 1. September, dem Tag an dem vor 80 Jahren der Zweite Weltkrieg begann, erinnerte die Stadt Gerolstein in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis „Gedenktafel Marcelle Dorr“,an die ausländischen Kriegstoten, die in Gerolstein verstarben.                            
Im Mittelpunkt der Feier stand Marcelle Dorr, die in Nancy als Widerstandskämpferin in deutsche Kriegsgefangenschaft geriet und Ende 1943 in Gerolstein verstarb.                         Die Lebensgeschichte von Marcelle Dorr und die weiteren Informationen waren maßgeblich erarbeitet worden von den Eheleuten Merkelbach aus Pelm.
Die Stadt und der Arbeitskreis bedanken sich auch bei den zahlreichen Spender*innen aus der Bürgerschaft und für das großzügige Sponsoring von Kreissparkasse Vulkaneifel, Volksbank Eifel-Mitte, Gerolsteiner Brunnen  und Bürgerdienste e. V.

Es konnten zahlreiche Gäste begrüßt werden, darunter auch die einzige noch lebende Zeitzeugin, die damalige Freundin von Marcelle Dorr, die Gerolsteiner  Malerin Gertrud Becker, 95 Jahre alt. Begleitet wurde sie von ihrer Freundin seit  Kriegszeiten, der Ordensschwester Pascale Ernzer aus Luxemburg. Ebenfalls anwesend waren das Patenkind von Marcelle Dorr, Marcelle  Fluxa, die von Frau Becker ein von ihr geschaffenes Gemälde geschenkt bekam; es zeigt das alte Krankenhaus von Gerolstein, in dem Frau Dorr zuletzt lebte und verstarb. Auch Frau Geneviève Dorr, die Witwe des Sohns von Marcelle Dorr, konnte gemeinsam mit ihrem Sohn begrüßt werden.

 

Grußworte sprachen Herbert Lames, Beigeordneter der Stadt Gerolstein,
Stadträtin Josiane Kohan für die Stadt Nancy und Christoph Woike, als Vertreter des Bürgermeisters von Crémieu, dem Geburtsort von Marcelle Dorr.
Auch die Landtagsabgeordneten Astrid Schmitt, SPD, Gordon Schnieder, CDU, und der Landrat des Kreises Vulkaneifel, Heinz-Peter Thiel,  überbrachten ihre Grußworte.  

Worte der Erinnerung und Mahnung waren auch zu hören von Dieter Burgard, Vorsitzreender der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit in Rheinland-Pfalz, sowie von Pfarrer Pius Krämer für die katholische und Presbyter Hardy Warneke von der evangelischen Kirche.
Frau Mireille Vit trug das Gedicht „Marcelle“, verfasst von einer Lagerkameradin von Marcelle Dorr, vor. Der Sänger Günther Hochgürtel trug mit seinen Liedern zur feierlichen Gestaltung bei.